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| werde sich in dem
neuen Waehrungsverbund aufloesen "wie ein Stueck Zucker in einem Glas
Tee". Um zu funktionieren, so mahnten die Kritiker, muesse die
Waehrungsunion von einer politischen Union begleitet werden. Andernfalls
wuerden die unterschiedlichen finanz- und wirtschaftspolitischen
Beschluesse der Mitgliedslaender die Waehrungsunion bald wieder
auseinanderreissen.
Auch bei der Bevoelkerung stiess die Vorstellung einer europaeischen Geldunion auf wenig Begeisterung. 60 Prozent derDeutschen waren dagegen. Nicht zuletzt fuerchteten sie, am Ende fuer die Schulen unsolider Mitgliedslaender haften zu müssen. Die Bonner Politiker wussten um die Sorgen ihrer Buerger. Und so setzten sie alles daran, die europaeische Waehrung zusaetzlich abzusichern. Zum einen bauten sie im Maastrich-Vertrag ein, dass keine EU-Nation fuer die Schulden einer anderen aufkommen darf. Zum andern setzte der damalige Finanzminister Theo Waigel den sogenannten Stabilitaetspakt durch. Nur solide Nationen sollten aufgsnommen werden, und so schrieb der Pakt sogenannte Stabilitaetskriterien fuer die Mitgliedslaender vor. Dennoch durfte kein and gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) mehr als 60 Prozent Schulden auftuermen. Neue Kredite aufzunehmen |
war nur erlaubt, wenn der Umfang der Darlehen drei Prozent des BIP nicht uebertraf. "Drei Komma ist drei Komma null" lautet Waigels Vorgabe. Verstoesse dagegen sollten rigoros geahndet werden. Entsprechend skeptisch waren die Deutschen, als der Euro am 1 Januar 1999 startete, zunächst als Buchgeld, zum Kurs von 1,1789 Dollar. Drei Jahre spaeter erfolgte die Ausgabe der Geldnoten, die groesste monetaere Tauschaktion in der Menschheitsgeschichte. Am Brandenburger Tor in Berlin legten DJ´s auf, Bundesfinanzminister Hans Eichel tauschte 200 D-Mark in druckfrische Euro (Wechselkurs DM - Euro = 2 DM zu 1,9555 Euro = .€ 1,02) Zur Ueberraschung der Bundesbuerger erwies sich das neue Geld zunaechst einmal als oekologischer Gluecksfall. Die Waehrungsunion schuf einen einheitlichen Wirtschaftsraum mit inzwischen 16 Staaten und 320 Millionen Menschen. (USA Ca. 350 Millionen Cowboys). Die preise bleiben Stabil, vor allem aber etablierte sich der Euro als zweite Reservewaehrung neben dem US-Dollar. Ganz Europa profitierte von dem neuen Zahlungsmittel, aber für |
kaum ein anderes Land
wirkte sich der Euro so seegenreich aus wie fuer Deutschland, den
langjaehrigen Exportweltmeister. Frueher musste Deutschlands Industrie
regelmaessig bittere Einbussen hinnehmen, wenn die italienische Lira oder
der franzoesische Franc mal wieder abgewertet und deutsche Waren
automatisch teurer wurden. Der Euro dagegen sicherte den deutschen
Exporteuren auch dann stabile Preise, wenn die weltoekonomie in
Turbulenzen geriet. Waehrend der juengsten Finanzkrise zum Beispiel habe
sich die Gemeinschaftwaehrung als "seegenreich erwiesen" lobte
der Verfassungsrechtler aul Kirchhof.
Tatsaechlich war der Euro von Beginn an viel anfaelliger, als es Anleger und Politiker wahrhaben wollten. Etliche Mitgleidslaender nutzten die Fassade der starken Weltwaehrung vor allem dazu, ungeniert ueber ihre Verhaeltnisse zu leben. Sie tuermten gigantische Schuldenberge auf und steigerten sich in einen bizarren Wettlauf, wer die europaeischen Stabilitaetsregeln am trickreichsten zu umgehen versteht. Als besonders kreativ erwiesen sich ausgerechnet die Deutschen. Mal versuchte der damalige Finanzminister Theo Waigel, die Goldreserven der Bundesbank zu pluendern. Mal verkaufte sein Nachfolger Hans Eichel staatliche Forderungen gegen Post und Telekom an private Investoren. Lauter Massnahmen, die Deutschlands Schuldenstatistik kuenstlich "aufhuebschen" sollte. |
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